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Elektrotherapie

12.06.2023
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Mann bei der Elektrotherapie
Mann bei der Elektrotherapie © Jenny Friedrichs auf pixabay.com

Schmerzbehandlung, Kräftigung der Muskulatur, Rehabilitation

Die Elektrotherapie bezeichnet verschiedene therapeutische Anwendungen mit elektrischem Strom in der Medizin und der Physiotherapie. Dabei wird die Elektrotherapie z.B. zur Schmerzbehandlung, bei Durchblutungsstörungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Lähmungen, Muskelschwäche und zur Nachbehandlung von Verletzungen angewendet.


Je nach Art der Behandlung wird unter anderem zwischen Galvanotherapie, Diathermie, Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS), Reizstrom- oder Hochfrequenztherapie unterschieden. Bei den Verfahren der Elektrotherapie durchfließt Gleich- oder Wechselstrom den Körper oder bestimmte Körperteile, wobei die entsprechende Spannung über Elektroden zugeführt wird. Meist werden bei der Behandlung die Elektroden direkt auf der Haut aufgebracht; bei einigen Verfahren wird der Strom durch Wasser (Wasserbad) oder Öl geleitet. Die Stimulation des Gewebes mit Hilfe von elektrischen Impulsen bzw. Reizstrom oder auch Ultraschall kann dabei schmerzlindernd und durchblutungsfördernd wirken. Eine der bekanntesten Methoden ist die so genannte Elektroakupunktur nach Dr. Voll (EAV). Anstelle von Nadeln werden die Akupunkturpunkte entlang der Energieleitbahnen (Meridiane) mit schwachen Stromstößen stimuliert. Während die Reizstromtherapie als ein weiteres Verfahren der Elektrotherapie der Durchblutungsförderung, Kräftigung der Muskulatur und zur Schmerzbehandlung dient, wird die Transkutane Elektrische Nervenstimulation insbesondere zur Behandlung chronischer Schmerzzustände angewandt. Eine Sonderform ist die so genannte Iontophorese, bei der mit Hilfe von Gleichstrom ein auf die Haut aufgetragenes Medikament in das Gewebe der zu behandelnden Stelle transportiert wird.


Vorteile der Elektrotherapie:


  • Schmerzlinderung: Elektrotherapie kann bei verschiedenen Arten von Schmerzen wie muskulären Schmerzen, Gelenkschmerzen oder Nervenschmerzen helfen. Durch die Stimulation der Nerven kann der Schmerz gelindert werden.
  • Muskelstimulation: Elektrotherapie kann verwendet werden, um geschwächte Muskeln zu stimulieren und ihre Kraft und Funktion wiederherzustellen. Dies ist besonders nützlich bei Patienten, die aufgrund von Verletzungen oder Krankheiten Muskelatrophie erfahren haben.
  • Verbesserung der Durchblutung: Durch elektrische Stimulation kann die Durchblutung gefördert werden, was wiederum die Heilung von Verletzungen oder Wunden beschleunigen kann.
  • Entzündungshemmung: Elektrotherapie kann helfen, Entzündungen zu reduzieren, indem sie den Stoffwechsel in den Geweben verbessert und die Freisetzung entzündungshemmender Substanzen fördert.
  • Nicht-invasiv: Elektrotherapie ist eine nicht-invasive Behandlungsmethode, die keine Medikamente erfordert und minimal belastend für den Patienten ist.

Nachteile der Elektrotherapie:


  • Kontraindikationen: Es gibt bestimmte Kontraindikationen für die Elektrotherapie, wie z. B. Herzschrittmacher, Epilepsie oder Schwangerschaft. Personen mit solchen Bedingungen sollten die Elektrotherapie vermeiden oder sie nur unter strenger ärztlicher Aufsicht durchführen.
  • Hautreizungen: Bei einigen Patienten kann es zu Hautreizungen oder Rötungen an den Stellen kommen, an denen die Elektroden platziert werden. Dies kann unangenehm sein und erfordert möglicherweise eine Anpassung der Behandlung.
  • Einschränkungen bei bestimmten Zuständen: Elektrotherapie kann nicht für alle Zustände oder Verletzungen geeignet sein. Zum Beispiel kann sie bei offenen Wunden, Infektionen oder bestimmten Hauterkrankungen nicht angewendet werden.
  • Abhängigkeit von der Fachkenntnis: Die effektive Anwendung der Elektrotherapie erfordert spezifische Fachkenntnisse und Erfahrung. Eine unsachgemäße Anwendung kann ineffektiv sein oder unerwünschte Wirkungen haben.
  • Begrenzte Langzeiteffekte: Obwohl die Elektrotherapie akute Symptome lindern und die Heilung fördern kann, sind die langfristigen Effekte begrenzt. Die zugrunde liegende Ursache des Problems sollte zusätzlich behandelt werden, um langfristige Verbesserungen zu erzielen.

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