Navigation überspringen (direkt zum Inhalt)

Wellness mit Kräutern in der Steiermark

Die Naturapotheke nutzen

In der Steiermark vertraut man seit Jahrhunderten auf die Wirkung von Kräutern. Wenn im Frühling das "Grüne Herz Österreichs" - so wird die Steiermark gerne genannt - erwacht, blüht auf den Almwiesen der natürliche Arzneischrank auf.

Blühende Almwiese in der Steiermark
Die Almwiese wird zur Naturapotheke © Steirische Tourismus GmbH

Während auf den Gipfeln der Steiermark noch Schnee liegt, blühen in den Tälern bereits abertausende Dichternarzissen. Auf den Weinbergen sieht man die ersten zarten grünen Triebe. In der Oststeiermark entfalten sich in den Apfelgärten die weiß-rosa Apfelblüten.

Wer nach dem kalten Winter eine gehörige Dosis Frühlingsgefühle braucht, ist im "Grünen Herz Österreichs" genau richtig. Die Kräuterwiese wird zu einer Mischung aus Wundertüte und Alchemistenküche. Angesichts der Fülle an kulinarischen Verwendungen, heilenden Rezepten und stressbremsenden Anwendungen wird schnell klar, warum die auf den steirischen Almen grasenden Kühe so gesund sind und zufrieden wirken.

Zahlreiche Kräuter blühen auf den Wiesen der Steiermark

Es gibt kein Wehwehchen, gegen das kein Kraut gewachsen ist, sagt der Volksmund. Und keine Speise, die mit frischen Kräutern nicht noch eine Spur besser schmeckt, fügen die Küchenmeister hinzu. In der Steiermark gedeihen unzählige Pflanzen und Kräuter. Man muss nur wissen, welche Pflanze welche Eigenschaften hat und wie man sie erkennt. So leicht das bei herkömmlichen Blumen und Kräutern wie Löwenzahn, Gänseblümchen, Brennnessel oder Kamille ist, so herausfordernder wird die Identifizierung der "Exoten" wie Goldrute, Gilbweiderich, Spitzwegerich, Beifuss, Ysop oder Zinnkraut. Und Tee-Sorten wie Arnika, Schafgarbe, Melisse oder Tausendgüldenkraut kennt man zwar vom Bild auf der Verpackung, aber wohl weniger als vitale Pflanze in der Natur.

Dagegen ist die Küchengewürz-Brigade von Rosmarin über Thymian und Anis bis zu Lavendel oder Liebstöckl - dank balkontauglicher Züchtungen - mittlerweile der optischen Anonymität entrissen. Würde man sie aber auch in freier Wildbahn erkennen? Lohnen würde es sich, denn im Gegensatz zu kultivierten Pflanzen zeichnet Wildkräuter meist ein deutlich intensiveres Aroma aus. Auch der Mineralstoff- und Vitamingehalt ist höher. So stecken allein in frisch geschnittenen Brennnesseln, die man zu Spinat oder Blattsalat verarbeitet, hohe Dosen an Mineralsalzen, Aminosäuren oder Vitamin C.

Die Wildkräuter erntet man am besten vormittags

Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, empfehlen Experten, grundsätzlich nur Pflanzen zu sammeln, die man absolut eindeutig zuordnen kann. Ansonsten kann es durchaus lebensgefährlich werden: Der Bärlauch zum Beispiel ist leicht mit dem giftigen Maiglöckchen zu verwechseln. Eine weitere Fallgrube sind regional divergierende Bezeichnungen für ein und dieselbe Pflanze, weshalb Profis die Beachtung des uniformen lateinischen Namens empfehlen. Bezüglich Erntezeit und -art gibt es ebenfalls fachmännische Vorgaben: Als bester Zeitpunkt empfiehlt sich demnach der Vormittag, da die Kräuter dann am saftigsten sind. Als Ernteinstrument sollte auf Messer oder Schere zurückgegriffen werden, damit die Pflanze nachwachsen kann.

Frau sitzt auf einer duftenden Heuwiese in der Steiermark
Natur erfahren auf der duftenden Heuwiese © Steirische Tourismus GmbH

Wellness mit steierischen Naturkräutern

Die saftigen Grünflächen dienen nicht nur als riesiger Kräutergarten für Genussverfeinerungen, sondern auch als natürlicher Arzneischrank. Die Anwendungspalette ist breit und beinahe endlos: Ringelblumensalbe gegen Hautentzündungen, Arnika und Lavendel gegen Herzmuskelschwäche, Brennnessel gegen Haarausfall und Blutarmut usw.

Neben diesen pharmazeutischen Anwendungen werden die auf den Almen wachsenden Heilpflanzen aber längst auch zu modernen Wellness-Salben, -Ölen und -Wickeln veredelt. So kann sich der Körper durch zahlreiche Massageanwendungen und Packungen entspannen. In der Therme Bad Waltersdorf schwört man u.a. auf Ganzkörpermassagen mit Efeu-Zinnkrautöl, die den Körper entgiften. Ergänzend wirken Zinnkrautwickel dank hoher Kalzium-, Eisen- und Kieselsäure-Anteile positiv auf Bindegewebe und Knochen.

Selbst der Enzian ist nicht nur Stammgast in einschlägigem Alpin-Liedgut und hochprozentigem Schnaps - er zählt zu den ältesten Wiesenheilpflanzen. Die Wirkstoffe seiner Blüten und Wurzeln können durch die Haut sehr gut aufgenommen werden. Einem Enzian-Solebad wird daher eine entgiftende Wirkung zugeschrieben. Noch dazu soll es den Körper mit wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen versorgen.

Wo kann man Kräuterwellness in der Steiermark genießen?

Kräuter-Wellness (Heublumenbad)

Ein Heublumenbad gilt in der Volksmedizin als Abwehrkräfte stärkend und wird bei Erkältungskrankheiten und Fieber sowie bei Rheuma mit Erfolg angewendet. Schon Sebastian Kneipp war von der positiven Wirkung der Heublumen überzeugt. Anwendungen gibt es z.B. in der Heiltherme Bad Waltersdorf. www.heiltherme.at

Heublumenpackung

Verschiedene Gräser und Kräutersäcke werden mit heißem Wasser vermischt und im Wasserbett verteilt. Empfohlen bei: Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes oder der Atemwege, entspannt Muskulatur und Gewebe, buchbar z.B. im Thermenhotel Stoiser. www.stoiser.com

Kräuterstempelmassage mit heimischen Kräutern

Im Anschluss an eine Rückenmassage mit neutralem Massageöl wird mit einem vorgewärmten Säckchen, in dem heimische Heilkräuter eingefüllt sind, in kreisenden Bewegungen der Rücken massiert. Die Kräuterstempelmassage wirkt durchblutungsfördernd und regt den Stoffwechsel an, buchbar z.B. in der Therme Loipersdorf. www.therme.at

Quelle

Steirische Tourismus GmbH

St.-Peter-Hauptstraße 243
8042 Graz
Österreich

Tel.: +43 316 / 40030