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Bewusste Bewegung

Bewegung im Alltag ist nicht gleich Fitnesstraining

Man hört es immer wieder: Ich brauche keinen Sport! Ich bewege mich im Alltag genügend.

Menschenmenge überquert einen Fußgängerüberweg
Bewegung im Alltag © www.pixabay.com

Falsch, Sie bewegen sich nicht genügend!

Im Alltag bewegen wir uns normalerweise unbewusst. Die Folgen intensiver, unbewusster Bewegung sind vor allem Beanspruchung, Ermüdung, Schwächung und Abnutzung unseres Körpers. Training aber ist gezielte und bewusste Belastung mit dem Ziel von Aufbau, Erholung und Stärkung unseres Körpers.

Umfeld im Alltag

Werfen wir zunächst einen Blick auf unser Alltagsumfeld: Bereits in der Schulzeit ist der größte Teil unserer Zeit fremdbestimmt. Wir werden getrieben von schulischen, später beruflichen und privaten Terminen. Dazu der Druck unserer Leistungsgesellschaft: alles immer mehr und immer schneller. Durch den Fortschritt der Kommunikationstechnologie sind wir durch das Smartphone immer und überall erreichbar. Zudem leben wir in einer sich schnell verändernden Welt.

Bewegung im Alltag

Es ist leicht nachzuvollziehen, dass es unter diesen Bedingungen sehr schwer ist, aufmerksam mit seinem Körper umzugehen.

Als Kinder hatten wir es jedoch noch – das eigene Körpergefühl. Es gibt auch Erwachsene, von denen man behauptet, sie hätten es noch. Sie besitzen eine Körperintelligenz. Sie sind die Glücklichen, die sich ihr Gefühl für den eigenen Körper, seine Bewegungen und die Kräfte, die auf ihn und in ihm wirken, bewahrt haben.

Ihre Bewegungen sind elegant, fließend und leicht. Der Normalbürger hat sein Körpergefühl bereits lange verloren. Wir merken gar nicht mehr, wie und wann wir unserem Körper Gewalt antun.

Überlastung, Muskelverspannungen, Abnutzung

Einseitige Körperbelastungen führen zu Überlastung, Muskelverspannungen, Abnutzung und vorzeitigem Verschleiß. Als Kind konnten wir uns ohne Schwierigkeit den ganzen Tag bewegen – ausdauernd, leicht und voller Lebensfreude. Das Leben des Kindes ist voll mit Bewegung.

Die Balance in unseren Aktivitäten, sprich das Maß der Dinge, ist uns verloren gegangen. Wir übertreiben alle Bewegungen und Aktivitäten: Später wundern wir uns über die Konsequenzen, in Form von Schmerzen und anderen Gesundheitsproblemen.

Gezieltes Training

Fehlbewegungen

Jede Körperfunktion, jedes Gelenk hat seine physikalische Funktion und Limitierung. Unser Körper erlaubt uns diese Fehlbewegungen nur beschränkte Zeit. Leider hat unser Gehirn in dieser Zeit den Bewegungsablauf schon automatisiert und abgespeichert. Wir merken dann nicht mehr, dass wir zum Beispiel das Scharniergelenk im Knie außerhalb seiner physikalischen Möglichkeiten nutzen. Als langfristige Folgen seien hier nur Meniskusschäden und Kreuzbandrisse beispielhaft aufgeführt.

Fitnesstraining und Bewegung

Die Wissenschaft weiß heute um die positiven Auswirkungen von Fitnesstraining und Bewegung auf den menschlichen Körper und seine Psyche. Leider wird der Begriff Bewegung dabei nicht ausreichend beschrieben. Dies führt zu dem Irrglauben, dass Bewegung im Alltag ähnlich positive Auswirkungen auf unseren Körper hätte wie gezieltes Fitnesstraining und dieses ersetzen könnte.

Körperliche Stärkung und Fitness durch gezieltes Training
Gezieltes Training © www.pixabay.com

Qualifiziertes Training

Qualifiziertes Training dient dem Ziel der körperlichen Stärkung und des Aufbaus. Es ist definiert durch körpergerechte Bewegungen im aeroben Bereich. Daraus ergibt sich nach der körperlichen Ermüdung eine Erholung auf höherem Niveau.

Das Alter

Dazu kommt ab Mitte Zwanzig der schleichende Abbauprozess des Körpers durch das Altern. Die körpereigenen Reparaturmechanismen sowie Leistungsfähigkeit der Organe lassen nach. Die Lungenkapazität, die Gefäßelastizität und Herzmuskelkraft sowie die Knochendichte sinken, der Muskelabbau setzt ein. Muskeln werden durch Fett ersetzt, was anfangs sogar für Freude sorgt, weil Fett weniger wiegt als Muskeln. 10 Jahre erfolgreiches Gewichthalten ohne Training kann deshalb oft mit einem Muskelverlust von 10% und 12% Fettzuwachs erklärt werden.

Die Maßnahme für Lebensqualität und Leistungsfähigkeit – besonders mit steigendem Alter – ist ein qualifiziertes Bewegungstraining, nicht die unbewussten, ermüdenden Bewegungen in unserem Alltag. Lebensqualität und Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter durch Balance, Bewusstheit, Bewegung, Begeisterung.