Feng Shui
Mit Martin Böhm
Feng Shui ist eine jahrtausende alte asiatische Weisheits- und Harmonielehre, die in den letzten Jahrzehnten einen regelrechten Boom erlebt. Oft stellt sich aber berechtigterweise die Frage, ob diese Lehre unverändert auf unseren Kulturkreis und unsere Gesellschaft übertragen und angewendet werden kann.
Keine vergleichbare Wissenschaft in Europa
Der Grund, warum das Wissen des Feng Shui überhaupt so große Bedeutung für uns hat, ist die Tatsache, dass es in Europa augenscheinlich keine vergleichbare Wissenschaft gibt.
Bauhüttentradition
Beschäftigt man sich jedoch genauer mit dem energetischen Aspekt der Raumgestaltung, dann stößt man sehr oft auf die Lehren der Geomantie. Ein Großteil aller uns bekannten Baudenkmäler wie Kirchen, Klöster oder Burgen und Schlösser wurde nach den Gesetzmäßigkeiten geomantischen Wissens geplant und errichtet. Mündlich vom Lehrer an den Schüler weitergegeben, ging mit dem Verschwinden der "Bauhüttentradition" auch dieser wertvolle Erfahrungsschatz verloren.
Renaissance der Geomantie
Neben der entstandenen Begeisterung für die Raumgestaltung nach Feng Shui kam es in den letzten Jahren auch zu einer Renaissance der Geomantie. Wie "Phönix aus der Asche" entstand hier aus altem Erfahrungswissen und experimentell und intuitiv erfahrenen neuen Erkenntnissen eine zeitgemäße Lehre, um Mensch, Architektur und Landschaft zu verbinden und neue Orte der Kraft zu schaffen.
Intuitive Wahrnehmung
Über 100 Jahre alte Bauernhäusern haben kaum Störfelder
Intuition spielte bei der Entdeckung raumenergetischen Wissens immer eine bedeutsame Rolle. Auch die ländliche Bevölkerung errichtete Bauernhöfe an genau ausgewählten Orten. Die Menschen lebten im Rhythmus der Jahreszeiten und in Einklang mit der Natur. Bei heute noch bewohnten Bauernhäusern, die älter als 100 Jahre sind, trifft man in der Praxis kaum auf geopathische Störfelder oder Belastungszonen im Wohnbereich oder in den Stallungen. Durch die Beobachtung des Verhaltens von Haustieren und intuitive Wahrnehmung der energetischen Beschaffenheit eines Ortes wurden belastete Bereiche gemieden.
Parallelen zum asiatischen Feng Shui
Die Radiästhesie gibt uns heute die Möglichkeit, auch moderne Wohnräume möglichst strahlungsfrei zu platzieren und zu gestalten. Neben der geeigneten Platzwahl wurden auch die verschiedenen Qualitäten der Himmelsrichtungen bei der Ausrichtung von Gebäuden berücksichtigt.
Feng Shui
Bei der Analyse alter Bauernhäuser findet man ähnliche Gestaltungsrichtlinien und auf die jeweilige Himmelsrichtung abgestimmte Verwendungsbereiche einzelner Räume. So wurde beispielsweise der Lagerraum für Lebensmittel in einem, vor starker Erwärmung durch die Sonne (wie dies in südlicher Richtung der Fall ist) geschützten Bereich, angelegt. Man findet hier auffallende Parallelen zum asiatischen Feng Shui, in dem die Qualität der Himmelsrichtungen vielfach Berücksichtigung findet.
Trennung der Wohn- und Arbeitsräume
Eine bedeutsame Auswirkung der Industrialisierung im 18. Jhdt. war die Trennung von Wohn- und Arbeitsraum. Im ländlichen Bereich fand diese Entwicklung auf den Bauernhöfen zum Teil mit einer gewissen Verzögerung statt. Heute findet man bei nicht mehr landwirtschaftlich genutzten Bauernhäusern immer wieder eine ähnliche Problematik, was die veränderte Nutzung der Räumlichkeiten betrifft.

