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Fasten
Entschlacken – Gibt's doch gar nicht?
Der in Zusammenhang zum Heilfasten immer wieder genannte Begriff "Entschlacken" ist wissenschaftlich nicht begründbar. Oder etwa doch?
Etwas zur Entschlackung
Entschlackung (Schlacke = Verbrennungsrückstand) ist ein pseudomedizinischer Ausdruck für Maßnahmen in der Alternativmedizin, durch die Giftstoffe und schädliche Stoffwechselprodukte ausgeschieden werden sollen. Die Vorstellung, dass der Körper periodisch entgiftet oder entschlackt werden müsse, ist medizinisch nicht haltbar.
- Nicht alle sollten fasten!
- Nicht fasten sollten Schwangere und Stillende, Bluter, Kinder unter 10 Jahren, Menschen mit Schilddrüsenüberfunktion, Menschen mit Durchblutungsstörungen des Gehirns, Typ1-Diabetiker und Menschen mit Krebserkrankungen. Menschen mit psychischen Erkrankungen sollten vor einer Fastenkur den Rat ihres Arztes einholen.
Ebenso falsch ist es, dass Schlacken durch verschiedene Maßnahmen effizient beseitigt werden könnten, was im alternativmedizinischen oder esoterischen Sprachgebrauch "Ausleitung" oder "Entschlackung" genannt wird. Eine Schwierigkeit besteht dabei bereits in der Definition, was unter Schlacken genau zu verstehen ist.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) steht dem Heilfasten eher kritisch gegenüber. Ein Auszug aus einer Stellungnahme: "Als Maßnahme für die Gewichtsreduktion wird das Heilfasten nicht eingeordnet. Viele positive Wirkungen des Heilfastens sind wissenschaftlich kaum oder nur ungenügend belegt. In einem gesunden menschlichen Körper gibt es keine Ansammlung von Schlacken und Ablagerung von Stoffwechselprodukten. Nicht verwertbare Stoffe werden bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr über den Darm und die Nieren ausgeschieden."
Entschlacken zur Anregung des Stoffwechsels?
Entschlacken ist ein pseudomedizinischer Begriff, der keinen wissenschaftlichen Hintergrund hat. Aber was passiert überhaupt beim Entschlacken?
Entschlacken
Ketonkörper müssen über die Nieren ausgeschieden werden. Der Harnsäurewert steigt an, was die Entstehung von Blasensteinen und Nierensteinen begünstigen kann. Außerdem kann es zu Gichtanfällen kommen. Da Harnsäure ein Stoffwechselendprodukt und damit ein "Schlackenstoff" ist, widerspricht diese Tatsache eigentlich dem Ziel der "Entschlackung" beim Fasten.
Aus medizinischer Sicht bringt das Fasten relativ wenig positive Aspekte hervor. Dennoch zeigen Erfahrensberichte, dass die Fastenkur als Anschub zur Gewichtsreduktion und zugleich als Neuanfang in Sachen Ernährung dient - sozusagen als Impuls für einen Änderung des Lebensstils.
Warum also Fasten?
Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung ist nicht automatisch der Garant für Gesundheit und Wohlbefinden. Erwiesen ist jedoch, dass die Ursachen vieler Krankheiten häufig in einer völlig falschen Ernährung liegen. In diesem Zusammenhang kann eine Fastenkur als Zäsur betrachtet werden, als Einleitung eines neuen Anfangs, nach dem in Sachen Ernährung alles besser wird. Und auch das Gefühl, durchgehalten zu haben, stärkt das Selbstbewusstsein und motiviert zu weiteren, die Disziplin stärkenden Projekten.
Ein Aufenthalt in einem Wellness- oder Kurhotel ist eine gute Möglichkeit für eine Fastenkur. In einer anderen Umgebung unter fachlicher Anleitung ist Fasten leichter durchzuführen – und gesundheitlichen Risiken lassen sich so auch weitgehend ausschließen.
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Quelle
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