Fasten
Varianten – Möglichkeiten – Funktionalität
Im Rahmen einer gesunden Lebensweise haben Ernährung und Bewegung einen hohen Stellenwert. Eine ausgewogene Ernährung ist nicht der Garant, aber eine wichtige Voraussetzung für Leistungfähigkeit und innere Ausgeglichenheit.
Ein Bestandteil der Ernährungweise ist jedoch auch der vorübergehende Verzicht auf Nahrung, eine in nahezu allen Regionen und zu allen Zeiten zu beobachtende Praxis.
- Spruch zum Fasten
- "Heile ein kleines Weh eher durch Fasten als durch Arznei." – Hippokrates
Fasten als Ritual
Das Fasten an sich ist ein Ritual, das in aller Welt und von allen Religionen praktiziert wurde und wird; die Beweggründe sind unterschiedlicher Art: innere Reinigung, freiwilliger oder religiös motivierter Verzicht.
So funktioniert es
Wenn dem Körper keine Nahrung zugeführt wird, schaltet er nach ein bis zwei Tagen auf den sogenannten Hungerstoffwechsel um, bei dem so wenig Energie wie möglich verbraucht wird.
Fasten
Fasten hat eine Blutdrucksenkung zur Folge, der Körper wird entwässert und das Atmen fällt unter Umständen leichter. Nach drei bis vier Tagen Fasten beginnen sich die Eiweiß- und Fettreserven des Körpers aufzulösen. Bei diesen Stoffwechselvorgängen bilden sich Ketonkörper wie Azeton, erkennbar an Mund- und Körpergeruch. Bei längerem Fasten schüttet der Körper auch Endorphine aus, körpereigene Schmerzmittel und Stimmungsaufheller, die den Hunger erträglicher machen und euphorische Zustände auslösen.
Gewichtsreduktion und Entschlackung
Pro Tag verlieren Fastende im Durchschnitt etwa 400 Gramm Gewicht, am Anfang allerdings vor allem Eiweiß und damit Muskelsubstanz, sofern kein Eiweiß zugeführt wird. Bei einer kurzen Fastendauer kann dieser Verlust allerdings in kurzer Zeit wieder ausgeglichen werden.
Mehrwöchiges Fasten kann jedoch auch den Herzmuskel angreifen. Die Dauer einer Heilfastenkur beträgt in der Regel drei bis fünf Tage, danach muss der Körper wieder langsam und mit Hilfe von Schonkost an normale Nahrung gewöhnt werden. Man bezeichnet diese Periode auch als Nachfasten. Fasten, das einen Zeitraum von fünf Tagen übersteigt, sollte unbedingt unter ärztlicher Kontrolle stattfinden.
Unterschiede "Fasten" und "Diät"
Die Begriffe Fasten und Diät werden häufig verwechselt. Fasten ist nicht gleich Diät, die wiederum NICHT gleichbedeutend ist mit bewusst herbeigeführtem Gewichtsverlust, was einer Reduktionsdiät (kalorienarme Kost) entspricht.
Als diätetische Lebensweise bezeichnet man die spezielle Auswahl von Nahrungsmitteln, in der Regel aus gesundheitlichen Gründen, z.B. purinarme Kost bei Gicht. Fasten hingegen bezeichnet immer einen Verzicht im Ganzen; der dabei auftretende Gewichtsverlust ist eher eine Nebenwirkung. Wird nur eine bestimmte Art der Nahrung weggelassen oder eingeschränkt, z.B. Fleisch oder ein Suchtmittel, spricht man von Enthaltung oder Abstinenz.
Acht Varianten, ganz bewusst weniger essen
- Beim Buchinger- Heilfasten werden mit Gemüsebrühe und Säften eine geringe Menge Kalorien, Vitamine und Mineralien zugeführt.
- Beim Fasten nach Mayr (Franz-Xaver-Mayr- Kur) gibt es zusätzlich zweimal täglich altbackene Brötchen, dazu etwas Milch.
- Saftfasten: Wie der Name schon sagt, hier werden nur Obst- und Gemüsesäfte getrunken.
- Beim eiweißergänzten (modifizierten) Fasten wird täglich ein Quantum Buttermilch oder ein spezielles Eiweißkonzentrat (Ulmer Trunk) verzehrt. Dies soll große Eiweißverluste des Körpers verhindern und ihn veranlassen, mehr Fett als Eiweiß abzubauen.
- Beim Molke-Fasten wird auf die Aufnahme fester Nahrung komplett verzichtet. Man nimmt über den Tag verteilt 1 Liter Molke zu sich, ferner 0,5 Liter Obstsaft und 3 Liter kohlensäurefreies Wasser. Zusätzlich wird hierbei jeden Morgen ein Glas (0,2 Liter) Sauerkraut- oder Pflaumensaft getrunken. Er soll den Darm reinigen und helfen angenommene Schadstoffe aus dem Körper zu entfernen.
- Beim Teefasten wird ebenfalls auf feste Nahrung verzichtet, aber auch auf das Trinken von Säften. Man trinkt ausschließlich Tee und (kohlensäurearmes oder -loses) Wasser. Diese extremere Form des Fastens empfehlen bzw. erlauben Ärzte nur vollkommen gesunden Menschen.
- Auch die Schrothkur gilt als Fastenkur. Hier wechseln sich Trinktage und so genannte Trockentage ab.
- Das Fastenwandern unterscheidet sich von gewöhnlichem Fasten dadurch, dass der Prozess des Fastens durch körperliche Betätigung an der frischen Luft verstärkt wird. Durch die Bewegung zur Zeit des Fastens wird ein höherer Grundumsatz im Stoffwechsel erzielt, so dass die Auswirkungen auf Körpergewicht und Wohlbefinden früher eintreten.



