City Wellness: Die Oasen der Städte
Hamburg
Haben Sie schon mal davon geträumt, auf heißem Marmor gebettet, umgeben von warmen Wasser, mit wohligem Schaum übergossen zu werden? Wie oft wollten Sie schon mal dem stressigen Alltag entfliehen und für einige Stunden einfach nur pure Entspannung erleben? Wenn Sie diese Fragen mit "Ja" und "Viel zu oft" beantworten können, dann sollten Sie schleunigst in den hohen Norden pilgern.
Hamam in Hamburg - Dampfbaden wie im Orient
Ausgerechnet in Hamburg, bekannt für schlechtes Wetter und kühle Zeitgenossen, hat sich eine Badekultur etabliert, die sonst nur im arabischen Raum weit verbreitet ist: das Dampfbad - oder auch: Hamam. Ganz unscheinbar steht das flache Gebäude an der Hamburger Feldstraße, fast verschluckt von gegenüberliegenden riesigen Hochbunker. Autos rasen lärmend vorbei, die Hektik der Stadt ist an diesem Verkehrsknotenpunkt gut zu spüren. Doch beim Betreten des unauffälligen Hauses merkt man gleich, dass hier andere Gesetze herrschen als die der schnellebigen Zeit. Die Tür schließt sich, der Lärm der Straße ist weit weg, und mit den Kleidern werden auch die Sorgen des Alltags abgelegt.
Massage und heißer Marmor
Was früher als soziale Begegnungsstätte diente, in dem man gemeinsam aß und trank, die letzten Neuigkeiten lebhaft austauschte und ganz nebenbei von seinem Körper allen Schmutz und jedes Haar entfernte, so gilt das Hamam in Hamburg als Ort der Entspannung. Ein Podest aus Marmor unter einem Kuppelgewölbe bildet in der Mitte des Raumes die Ruhezone. Hier durchdringt die auf 42 °C geregelte Wärme des Bodens den ganzen Körper. Wer möchte, kann sich nun peelen und massieren lassen, ebenfalls auf einen marmornen Massagetisch.
Reines Wasser als Erholungskur

Wer zwischen Reeperbahn, Mönckebergstraße oder Alster zur Ruhe kommen möchte, ist hier genau richtig.
Eine Ruheoase in der Stadt
Der Charme dieses kleinen Hamams lebt von der familiären Atmosphäre. Vor fünf Jahren eröffnete das türkische Ehepaar Costur das Dampfbad an der Feldstraße im Hamburger Stadtteil St. Pauli. Seitdem hat sich die erholsame Wirkung des Hamams in der ganzen Stadt und darüber hinaus herumgesprochen.
Ambiente
Das dämmerige Licht erzeugt eine intime Atmosphäre. Das einzige Geräusch ist das Plätschern des Wassers, das aus Hähnen in marmorne Becken und über den Boden fließt. Wie einst die alten Osmanen, die das Dampfbad von den Griechen und Römern übernahmen, übergießt man sich aus kupfernen Schalen mit der wohltuenden Flüssigkeit, was den Beginn des traditionellen Reinigungsrituals darstellt.
Gebettet auf 1000 und einem Kissen
Bevor es wieder nach draußen in die Realität des Alltags geht, öffnet sich zunächst ein mit Kissen, Polstern und Liegen ausgestatteter Ruheraum. Dies ist der zweite Teil des Hamambesuchs. Türkischer Tee wird serviert, und wer möchte, kann Obst, süße Blätterteigspeisen oder auch eine warme Mahlzeit zu sich nehmen - oder einfach nur in Ruhe lesen oder dösen.
Nicht ganz billig, aber begehrt

Aufgrund der hohen Nachfrage baute das Familienunternehmen ein zweites, größeres Bad an der Seewartenstraße in St. Pauli. Hier können bis zu 30 oder 40 Personen gleichzeitig behandelt werden, sodass auch größere Gruppen das Angebot nutzen. Trotz der Erweiterung sollte man ein paar Tage im Voraus planen, um einen Termin zu bekommen.
Ganz billig ist der Besuch nicht. Die Preise für einen dreistündigen Aufenthalt beginnen (je Art nach der Behandlung) bei EUR 39,- und enden bei EUR 180,- für einen ganzen Tag. Lohnend ist der Ausflug ins Hamam ganz zweifelsohne, und hinterher tritt man jedem stressigen Vorhaben,ganz gleich ob Messe, Einkauf oder Geschäftsverhandlung, locker und entspannt entgegen.
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Quelle
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